Anfang 2006 erfolgte die Umgestaltung des Wiener Resselparks in den "Kunstplatz Karlsplatz". Als "Gegend" in Innenstadtnähe war der Karlsplatz seit Mitte des 19. Jahrhunderts immer wieder Anlass und Ausgangspunkt für eine stadtplanerische Neuordnung, welche durch eine Reihe "subversiver" Aktionen begleitet wurde. Ziel war es dabei, den Platz als attraktiven Raum von Secession und Kunsthalle über die Technische Universität, Karlskirche und Wien-Museum bis zum Musikverein und Künstlerhaus ins rechte Licht zu rücken. So galt der stark frequentierte Verkehrsknoten mit seinem unterirdischen U-Bahnnetz bis dahin vor allem als Heimstätte der Drogenszene, deren Angsträume mit neuem Lichtkonzept verschwinden sollten.

Mit dem Wiederaufflammen der Debatte um eine Umgestaltung des Karlsplatzes, rückte auch Public Netbase die Forderung nach Standorten für eine zukunftsweisende Kunst- und Kulturentwicklung in den Mittelpunkt. Nach der Kündigung der Räumlichkeiten im Museumsquartier, dem eine heftige Kontroverse um die Deutungshoheit österreichischer Kulturpolitik vorausging, bot sich zu Beginn des Jahres 2002 die Möglichkeit, ein Zeichen gegen den rechtskonservativen Kulturalismus der damaligen Bundesregierung zu setzen. In diesem Sinne hatten die Interventionen von Public Netbase am Karlsplatz von Anfang ein dynamisches Experimentierfeld vor Augen, um nach der verloren gegangenen MQ-Chance einen transparenten und offenen Knotenpunkt von Kunst, Kultur und Wissenschaft zu realisieren.